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"Übrigens" - Satirischer Beitrag im Zeitraum am 30.10.2018

 

Einfach machen, das sagt sich so einfach. Aber einfach machen ist kompliziert. Einfach machen will geplant sein. Gibt viel zu überlegen beim Einfach machen, damit man nicht ins Grübeln kommt und Einfach machen spontan aus dem Bauch heraus geschehen kann. Einfach machen, das ist die Geschichte unseres Universums. "Am Anfang war das Wort", sagt die Bibel. Und ich glaube , dieses Wort hieß "Einfach machen". Tage, Wochen, Jahre, ja, Jahrzehnte hatte Gott überlegt und gegrübelt, ob er die Welt erschaffen sollte oder nicht. Schließlich gab es ja keine Vorbilder, keinen Plan und Ikea war noch nicht erfunden. Ikea, auch so ein Beispiel von Einfach machen. Entstanden aus einer absurden Idee. "Meinst du, man kann aus Knäckebrot Möbel bauen?" "Ja, nein, vielleicht, könnte sein," ein Hin und Her, bis letztlich Herr Wasa sagte: "Einfach machen!" Und als dann noch jemand auf die Idee kam, einfach aus geschredderten Möbelresten Kötbulla zu machen, war das Firmenkonzept perfekt. Aber wieder zurück zu Gott, dessen Grübelei durch den Erzengel Gabriel unterbrochen wurde. "Herr - Einfach machen!" Und rums: Urknall. Gott staunte. "War ja ganz einfach zu machen!" Er kam auf den Geschmack. Und schon machte er sich daran, den Menschen zu machen. Gut, der erste Versuch ging ziemlich daneben. Völlig abgedrehte, durchgeknallte und unmögliche Typen kamen dabei heraus. Mit einer Sinflut, also einer Art biologischem Tippex, wurde schnell eine Korrektur vorgenommen. Der zweite Versuch läuft bis heute. Mit Wesen, die ständig einfach machen, ohne Plan, ohne Sinn und Verstand. Und so sieht der Planet dann auch aus. Aber es gibt auch Erfolgsgeschichten. Ich las neulich vom wasserlosen Urinal, eine Erfindung, die einfach gemacht wurde. Slogan: Vorstellen und einfach machen. In diesem Sinne: Lassen Sie es laufen. Und wenn nichts dabei heraus kommt? Da haben wir was für sie: Macht nix - die Zeitraumkarte, wenn einfach machen mal nicht machbar ist. Kommen Sie gut durch den Herbst.

 
 „Übrigens“ - Satirischer Beitrag im Zeitraum am 27.11.2019

 

Übrigens ist es nicht so leicht, einen satirischen Text über Emanzipation zu schreiben. Tagelang sitze ich vor einem weißen Blatt Papier. Tagelang will mir nichts einfallen. Also schaue ich schließlich bei Wikipedia nach. Und Wikipedia lehrt: Emanzipation stammt von dem lateinischen emancipatio, was „Entlassung des Sohnes aus der väterlichen Gewalt“ oder auch die „Freilassung eines Sklaven“ bedeutet. Es geht also um Männer und deren Befreiung. „Hm, denke ich“, was ist in der Geschichte falsch gelaufen, dass Emanzipation von den Frauen okkupiert wurde und heute ein so total schweres Thema ist. So schwer, dass man darüber keine Witze macht, weil Frauen Witze sowieso nicht verstehen. Schlechter Witz, ich weiß. Zusammengefasst: Emanzipation ist irgendetwas mit und für Frauen und darüber, was Frauen nicht können, dürfen oder sind, weil das nur Männer können, dürfen oder sind.
Zum Beispiel rückwärts einparken. „Frauen arbeiten heutzutage als Jockeys, stehen Firmen vor und forschen in der Atomphysik. Warum sollten sie irgendwann nicht auch rückwärts einparken können“, hat der Kolumnist Bill Vaughan gesagt, wer auch immer das ist. „Moment“, höre ich es rufen, „das ist aber Sexismus und der muss mit Feminismus bekämpft werden. Und da geht es richtig zur Sache. „Die Feministinnen zäumen die Sache vom Schwanz her auf“, klärte uns seinerzeit der österreichische Kabarettist Werner Schneyder auf. Also, bei Emanzipation und Feminismus geht um den berechtigten Zweifel an der Tatsache, dass Männer aus ein paar Zentimeter mehr Fleisch einen Machtanspruch ableiten. Und die Waffen zur Bekämpfung dieses Anspruches sind mächtig und stark. Radikalfeminismus, Gleichheitsfeminismus, Egalitätsfeminismus oder Sozialer Feminismus, Differenzfeminismus oder kultureller Feminismus, Gynozentrischer Feminismus, humanistischer Feminismus, naturalistischer Feminismus, Spiritueller Feminismus, Ökofeminismus, Psychoanalytisch orientierter Feminismus, Sozialistischer Feminismus, Anarchistischer Feminismus, Individualfeminismus, Dekonstruktivistischer Feminismus oder Postfeminismus, Liberaler Feminismus, transformativer Feminismus, intersektionaler Feminismus, postkolonialer Feminismus, diskurstheoretischer Feminismus, Queer-Feminismus, Staatsfeminismus oder Merkelfeminismus. Ist das nicht der Wahnsinn? Das hört sich aber verdammt nach Zickenkrieg in der feministischen Community an. Jede Frau hat ihren eigenen Feminismus. Na, wie lautet ihrer? Ach ja, habe den Yogafeminismus noch vergessen. Zum Schluss enden alle im Yogastudio bei Swantje Aurelia Müller oder Kjell Uwe Fischer und praktizieren das Sonnengebet und den untergehenden Hund, der den Schwanz einzieht. Womit wir wieder bei Werner Schneyder sind. Natürlich ist der Tattoo Feminismus nicht zu vergessen. Geschlechter-Geschichten, die unter die Haut gehen. Damit die Partner beim Sex etwas zu lesen haben. Puh, wer soll denn durch diesen feministischen Deutungs- und Glaubensdschungel noch durchblicken? Macht aber auch nichts. „Denn wichtig ist, was hinten rauskommt“, um mal einen verstorbenen Altkanzler zu zitieren. Und da sehen wir: die emanzipatorische Bewegung der 68er endete mit dem VW Golf Rolling Stone, Alice Schwarzer als Kolumnistin bei der Bildzeitung und in der katholischen Kirche hat die „Entlassung des Sohnes aus der väterlichen Gewalt“ bis heute nicht stattgefunden.
Vielleicht hat ja Susan B. Anthony recht , eine amerikanische Frauenrechtlerin, wenn sie sagt: “Ich glaube das Fahrradfahren hat mehr für die Emanzipation der Frauen getan als alles andere Es gibt ihnen einen Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung. So einfach kann das sein. Und deshalb, strampeln sie sich ab und kommen sie heil durch den Winter.